Datenaustausch USA-BRD

Juni 6th, 2008

Das ist nur ein kopierter Artikel von Golem.de, den ich zufällig entdeckt habe… Ich fand ihn einen Nachtrag wert.  Man fragt sich eben doch, was die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft und die sexuelle Orientierung damit zu tun hat, ob man eine Gefahr für dich öffentliche Sicherheit ist. Diese beiden Punkte betreffen Freiheiten, für die lange gekämpft wurde und noch immer gekämpft wird. Und nun wird damit sowohl die politische als auch die persönliche Freiheit eingeschränkt. Zu welchem Zweck?

  

Regierung will persönliche Bürgerdaten an die USA liefern

Gewerkschaftsmitgliedschaft und sexuelle Orientierung werden offengelegt

Im Rahmen eines Sicherheitsabkommens will die Bundesregierung umfangreiche Daten zu Gewerkschaftsmitgliedschaft und sexueller Orientierung von Bürgern, die möglicherweise Terroranschläge planen könnten, an die USA liefern. Der Bundestag wurde erst nach der Paraphierung informiert.

Derartige Verhandlungen mit den USA hatte die Bundesregierung bislang immer bestritten. Nun hat die FDP-Innenexpertin Gisela Piltz anlässlich des Besuchs von US-Präsident George W. Bush den Vorgang aufgedeckt. Bush wird am 10. und 11. Juni 2008 Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einem Abschiedsbesuch in Schloss Meseberg, dem Gästehaus der Bundesregierung in Gransee (Brandenburg), treffen.

Fluggastdaten werden schon länger an die USA übermittelt. Nun wurde ein Abkommen zwischen Deutschland und den USA verhandelt, nachdem im Namen der Steigerung der Sicherheit unter anderem Angaben zur sexuellen Orientierung und der Mitgliedschaft in Gewerkschaften von Personen weitergegeben werden sollen, die im Verdacht stehen, künftig terroristische Straftaten zu begehen. Unklar ist allerdings, wie die Bundesregierung an diese Angaben kommen will, wie Golem.de aus dem Büro von Piltz erfuhr.

Piltz: “Ob jemand in der Gewerkschaft ist oder nicht, ob jemand eine Frau liebt oder einen Mann - das geht den Staat nichts an. Und das darf der Staat erst recht nicht an andere Staaten übermitteln. Die Mitgliederverzeichnisse der Gewerkschaften sind für Wolfgang Schäuble tabu - und das Gleiche gilt für George Bush.” Mit Terrorismusbekämpfung oder der Bekämpfung der organisierten Kriminalität habe das nichts zu tun, so Piltz. Auch Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen und der Linken bezogen dagegen Stellung. “Da es keine praktische, nachvollziehbare Definition von Terrorismus gibt, auch nicht in diesem Abkommen, ist der Willkür Tür und Tor geöffnet”, sagte Jan Körte (Die Linke).

In dem Abkommen sollen auch der gegenseitige Zugriff auf Datenbanken mit Fingerabdruckdaten und DNA-Daten sowie der Austausch von sogenannten “Informationen zur Bekämpfung des Terrorismus und schwerer Kriminalität” geregelt werden. Dabei übermitteln die Staaten innerhalb weniger Minuten die Daten auch ohne offizielles Ersuchen und mit Hilfe automatisierter Verfahren.

Das Kooperationssicherheitsabkommen zwischen Deutschland und den USA war Mitte März von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) zusammen mit ihren US-amerikanischen Amtskollegen, dem Justizminister, Attorney General Michael Bernard Mukasey, und dem Minister für Innere Sicherheit, Michael Chertoff, paraphiert worden. Übermittelt werden danach Daten zur Person und daktyloskopische Angaben zu den Fingerabdrücken und DNA-Daten. Das Bundeskabinett hat dem am Mittwoch, den 4. Juni 2008 zugestimmt.

An den Verhandlungen war der Bundestag nicht beteiligt, und wurde auch nicht informiert, beklagen die Liberalen. Die Bundesregierung hatte auf Nachfrage der FDP im Innenausschuss keine Stellung bezogen und den Vorgang sogar bestritten.  (asa)

Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/0806/60226.html    Veröffentlicht: 06.06.2008 11:42

Ende und Anfang

April 15th, 2008

Das Projekstudium was dereinst hinter id-is.org stand hat letzte Woche seinen Abschluss in Form einer Präsentation gefunden. Wir danken allen treuen LeserInnenn und fleißigen KommentarschreiberInnen, die es uns ermöglicht haben das Projekt so wie es nun gelaufen ist zu einem, hoffentlich, positiven Abschluss zu bringen. Auch wenn dies jetzt nach Abdanken klingt ist dies keines Wegs intendiert. Der Blog wird weiter zu lesen nur werden Studiumbedingt die Postings zurück gehen. Seid uns also nich böse wenn hier mal eine Woche oder auch zwei keine neuen Postings stehen. Wir haben den Blog nicht vergessen und versuchen soweit es die Zeit zulässt auch zu posten. Wenn sich jetzt jemand angesprochen fühlt und meint er/sie könnte diese Lücke die wir nun hinterlassen füllen, schreibe mir bitte eine Mail: admin@id-is.org. Wir eröffnen hiermit diesen Blog an alle interessierten SchreiberInnen, die sich wie wir auch verpflichtet fühlen die teils hohle Diskussion um die Innere Sicherheit, die Privatssphäre und die Gefahr durch Terrorismus mit Fakten und (wissenschaftlichen) Erkenntnissen zu unterfüttern ohne sich dabei auf den Elfenbeinturm zu begeben.

Im Namen aller Beteiligten
Danke

Die neuen Bedrohungen in der Weltgemeinschaft

April 3rd, 2008

Nach dem Ost- West- Konflikt und damit dem bipolaren Machtverhältnis zwischen den USA und der UdSSR hat sich die internationale Sicherheitspolitik strukturell vollkommen  verändert. Nicht nur die wechselseitige Bedrohung zwischen den Militärbündnissen NATO und Warschauer Pakt verschwand, auch die “Stellvertreterkriege” der beiden Führungsmächte in Asien und Afrika fanden ein Ende. Read the rest of this entry »

USA-BRD Austauch von Fahndungsdaten

April 3rd, 2008

Zwischen den USA und Deutschland soll es in Zukunft ein Abkommen geben, das den USA / Deutschland erlaubt einen automatisierten Abgleich von Genprofilen und Fingerabdrücken mit den Datenbanken der deutschen Polizei / der US-Fahnder vorzunehmen. Fingerabdrücke und andere sensible Daten könnten danach schneller den Atlantik überqueren, da in binnen weniger Minuten geklärtwäre, ob nach einem Verdächtigen schon im jeweils anderen Land gefahndet wird. Zu diesen sensiblen Daten, die dann ohne weiteren Antrag übermittelt werden dürften, gehören: Name, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit und Fingerabdrücke.
Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) wies darauf hin, dass die US-Behörden keinen unmittelbaren Zugriff auf deutschen Datenbanken erhalten würden. So sollen die US-Fahnder lediglich erfahren, ob Informationen zur betreffenden Person vorliegen. Nach erfolgtem Fingerabdruck- oder DNA-Abgleich werden Daten über Name und Adresse des Verdächtigen nicht auf Knopfdruck übermittelt, denn dazu müssen sich die Staaten wie bisher auf dem Weg der Rechtshilfe einigen. Weiter müssen die USA zunächst die rechtliche Grundlage dafür schaffen, dass die Deutschen sich in ihre DNA-Datenbank einklinken können. Von der deutschen Regierungsseite gibt es hierfür keine rechtlichen Bedenken.
Kritik äußert der oberste deutsche Datenschützer Peter Schaar, der eine Ermangelung des Schutzes der Privatsphäre erkennt. Die USA erhielten mit dem Abkommen auch Informationen über Schwarzfahrer, Anti-Atomkraft-Demonstranten, Asyl- und Visa-Bewerber, sagte Schaar im Deutschlandfunk. Ein angemessener Schutz der Privatsphäre sei nicht gewährleistet. “Es gibt dort zwar ein Datenschutzgesetz, aber das gilt nur für US-Bürger und solche Personen, die sich dort langfristig aufhalten - ausdrücklich nicht für Daten, die aus dem Ausland kommen”, sagte er.

http://www.ftd.de/politik/deutschland/329636.html?nv=cd-rss210